eine geschichte ueber die liebe
  Startseite
  Über...
  Archiv
  Gästebuch
  Kontakt

Webnews



http://myblog.de/phoenix263

Gratis bloggen bei
myblog.de





schwule lebenslieben/luegen.

 

-november 1991.ich uebernachtete bei reto in basel. wir waren bei unserem stammtisch und sind dann noch etwas um die haeuser gezogen. wir schliefen ab und zu zusammen, die anderen ahnten nichts davon.der sex mit ihm war schoen und bedeutungslos.ich wusste, dass er sich mehr erhoffte, und er wusste, dass ich nicht mehr zu geben bereit war. wir sprachen nie darueber. ich fuehlte mich in basel zunehmend unwohl. die leute starrten mich an(italo ist tot und ich bin gesund und lebe?),meine kolleggen taten so, als waere nichts geschehen, als haette sich nichts veraendert. aber fuer mich war etwas geschehen, meine welt hatte sich veraendert.

ich wachte auf und loeste mich aus seinen armen. es war kurz vor zwei uhr morgens. vom magen her kroch ein gefuehl in mir hoch, legte sich auf die brust und nahm mir die luft zum atmen. ich stand auf und zog mich an. er wachte auf und fragte mich, was das soll. ich muss nach hause, schlaf weiter, sagte ich. du spinnst,sagte er und drehte sich um.

ich fuhr auf der autobahn richtung grenze. traenen liefen mir ueber das gesicht. ich musste mich zusammenreissen, musste ueber die grenze, ohne dass die zoellner verdacht schoepften. es klappte. ich weinte hemmungslos.i ch rief anna an, sagte zu ihr, bitte komm, ich bin in zehn minuten zuhause. sie fragte nichts, sie kam. wir sassen am tisch in der kueche,ich weinte. es gab nichts zu reden, ich sass nur da und weinte. es vergingen stunden. anna sagte, gott sei dank, wir dachten schon, es wied nie passieren. das war doch nicht normal. kein mensch kann sich immer nur zusammenreissen. wir tranken cognac, kaffee, tee, ich kotzte alles. ich kotzte mir meinen ganze wut aus dem leib. um neun uhr am morgen schickte ich anna nach hause. ich ging zur arbeit in mein geschaeft und bat sie, erst am abend zu kommen, sie sollte sich noch etwas hinlegen. es war alles so sinnlos, fluesterte sie. es hat vom ersten tag an keinen sinn gemacht, sagte ich, es war nur liebe.

14.5.07 13:34


Werbung


schwule lebenslieben/luegen

 

-1983.wir sassen am stammtisch. anna, micha, ihr mann, helga und ich. es war kein gast mehr da, die tuer war abgeschlossen. helga war eine freundin von mir.sie arbeitete als bedienung im obereggener tal, war etwas fuellig, aber ein guter kumpel. wir gingen jeden mitttwoch nach feierabend zusammen tanzen. sie tanzte fantastisch. wir hatten immer sehr viel spass. wir waren an der dritten flasche spaetburgunder weissherbst, die stimmung schwangte zwischen lustig und albern.

anna fragte > phoenix, wo warst du eigentlich heute nacht. du willst mir ja nicht erzaehlen, du waerst heute morgen von zu hause zur arbeit gekommen, so wie du aus der waesche geschaut hast.<  > in basel< ich schaute helga verstollen an.  micha > was machst du denn nachts in basel?<  > sex? < ich schaute helga ganz fest in augen.  anna >wo hast du sie denn kenngelernt?<  > in einer bar?<  anna lachend > das geht so einfach? man faehrt nach basel, setzt sich in eine bar, schleppt eine frau ab und kommt mit einem knutschfleck am hals morgens nach hause?<  > jo.< ich begann zu schwitzten, helga nahm einen grossen schluck aus ihrem glas. > die sache ist nur, es war keine frau, es war ein mann < helga prustete ihren wein ueber den tisch, fing schallend an zu lachen. micha stand auf, murmelte etwas von "ich habs ja schon immer gewusst, der kerl ist nicht ganz sauber" und holte eine neue flasche wein und ein handtuch fuer helga.
anna >phoenix, moment, der reihe nach. ganz langsam. du bist seit zweieinhalb jahren mit jutta verlobt, ihr heiratet in sechs wochen, was du sonst noch nebenher hier getrieben hast, davon will ich jetzt gar nicht reden. und nun ein mann?<  > jo anna <  > wirst du ihn wiedersehen, faehrst du wieder nach basel? <  >jo. aber nicht nach basel, nach st.louis, er ist franzose und wohnt in frankreich. er heist remy. ich fahre morgen abend nach der arbeit. und am wochenende fahre ich nach hause, ich muss da einige dinge klaeren.<  anna >du bist wahnsinnig, weisst du ueberhaupt was du da machst, sie werden dich erschlagen, du brauchst dich dort nie mehr sehen lassen. weisst du eigentlich, was du jutta damit antust?<

>jo, anna. ich weiss was ich ihr antue, wenn ich sie heirate < die welt drehte sich um mich, ich ging auf die toilette, ich musste brechen.

 

 

 

 

14.5.07 13:43


markus war zehn tage tot. es war samstag abend, ich ging frueh nach hause, duschte und fuhr nach reinach. ich trank mit mami ein glas wein und und nahm dann ein taxi nach basel. ich wusste, ich konnte spaeter bei ihr uebernachten. ich ging in den isola club. es war voll. peter und walti waren da. walti schaute mich an, alles an ihm sagte nein, tu es nicht. ich ging an ihnen vorbei, vierhundert paar augen sahen mir zu. ich bestellte mir ein flasche wodka, cola und eiswuerfel. christian war an der bar, er war total verunsichert, schaute immer zwischen walti und mir hin und her. ich sagte mach einfach, ich will nur tanzen.

ich tanzte, nur fuer mich, ich war allein unter all den vielen menschen. ich trank und tanzte. eine hand beruehrte mich, ich ging weg, sie kam wieder, ich drehte mich um, schaute ihm ins gesicht, sagte ihm, geh weg, falsche zeit, falscher ort. ich tanz heute nur fuer mich, bitte lass mich einfach allein. ganz basel sah zu. er hiess reto und war wahrscheinlich der einzige mensch in dem ganzen laden der keine ahnung hatte. christian hielt mich fest, frage ob es ein problem gaebe, aber es gab kein problem, gib ihm einfach etwas zu trinken und schick ihn weg. ich bin allein gekommen und ich moechte einfach allein bleiben.walti kam zu reto, und dann passierte das, was nicht haette passieren duerfen. walti sprach mit ihm, er wahr ziemlich geladen und redete heftig auf ihn ein. ich weiss heute noch nicht, was er reto gesagt hat, abwechselnd schauten beide zu mir herueber, es war mir egal, ich tanzte. aber reto kam zurueck, nahm mich einfach in den arm und er kuesste mich,

er kuesste mich wie ...ja genau so.

christian hielt mich fest. es ist feierabend,sagte er, es sind alle weg..komm mit zu mir, bleib einfach bis morgen frueh bei mir. es war fast fuenf uhr am morgen. ich sah mich um, reto stand an der bar und schaute mich an. seine kollegen waren schon lange gegangen. walti wartete draussen vor der tuer. ich griff ihm an den bund seiner jeans, zog ihn in einen gang zur toilette und nahm ihn. ich nahm ihn in den mund, zog ihm das hemd ueber den kopf, er war nackt und er war schoen. warum? fragte ich ihn .warum nicht? antwortete er. es war mein abend, du kamst darin nicht vor. jetzt schon stoehnte er und dann drehte er mir den ruecken zu und presste sich an mich.

er kam aus freiburg(ch), war aber deutschsprachig. walti fuhr uns nach reinach, er redete mit ihm auf franzoesisch, ich verstand wieder einmal kein wort. es war wie immer.

als der brave schweitzer buerger schon seinen mittagsschlaf nach dem essen hielt, machte mami uns fruehstueck. ich sagte ihr, reto haette seinen letzten zug verpasst und darum haette ich ihn mitgenommen. als sie hoerte, wo er herkam war sie entzueckt. sie packte ihr bestes franzoesisch aus und verwickelte ihn gleich in eine angeregte unterhaltung. sie verstanden sich praechtig. ich war eifersuechtig und zeigte es auch. es war schon nach siebzehn uhr als wir uns auf den heimweg machten. ich fuhr reto zum bahnhof in basel, aber er holte nur seinen wagen und den dazugehoerigen strafzettel ab, danach fuhren wir weiter nach neuenburg. als wir ankamen und aus den autos stiegen, fragte er mich, ob ich familie haette in der schweitz. ich sagte ja, eine ziemlich grosse und laute, italienische familie. die frau bei der du heute nacht uebernachtet hast, war die mutter von markus. er schwieg, ich ging weiter, drehte mich nicht nach ihm um. ein paar nachbarn standen vor ihren haeusern an der strasse, ich gruesste und ging vorbei. ihre blicke brannten mir im ruecken und ich dachte, scheisse phoenix, was machst du, das lassen sie dir nicht durchgehen.

wir gingen ins haus, ich schloss die tuer, reto nahm mich in den arm und kuesste mich. du hast mut, sagte er, du bist ganz schoen mutig. wenn ich heute nacht gewusst haette, wo ich uebernachte, ich haette kein auge zugemacht. er bummelte durchs haus, sah sich um, ganz unbefangen. er ist wie ein junger hund, dachte ich, neugierig und etwas tolpatschig. dabei war er etwa drei zentimeter groesser als ich, hatte einen athletischen, muskuloesen koerper und dunkelblonde, halblange haare, die ihm bei jeder bewegung ins gesicht fielen. er nahm ein gerahmtes foto vom schreibtisch. so sah er also aus, sagte er. du hast ihn gekannt? nein, nie gesehen. er stellte das bild zurueck und ging weiter.

ich hoerte den anrufbeantworter ab. fuenfmal anna, iris, eine schwester von markus, helga. ich rief sie zurueck. sie fragte, ob ich am mittwoch mit ihr tanzen gehe, so wie frueher. es tut mir leid, ich kann nicht, du musst das verstehen, es ist vorbei, ich tanze nicht mehr.es wird nicht mehr wie frueher, ich habe verloren, ich hab alles auf eine karte gesetzt und ich habe verloren. lass es gut sein. komm einfach nach feierabend oefters noch vorbei, aber tanzen, das geht gar nicht mehr.

wir sassen auf der dachterasse, redeten ueber alles moegliche, aber nicht von gestern. er war ein guter gespraechspartner, intelligent, liebenswuerdig und witzig. irgennt wann gingen wir schlafen. es fuehlte sich gut an, ihn in den armen zu halten, seine muskuloesen schenkel um meinen koerper zu spueren. es tut mir leid, fluesterte er in mein ohr, als es vorbei war.

wir sahen uns wieder, immer wieder. ich wollte leben, einfach nur leben.

 

 

 

 

 

 

15.5.07 13:00


-1993. mami holte uns vom flughafen in zuerich ab. wir waren in honkong und drei wochen in indonesien, auf der insel bali. reto hatte eine affaere mit einem musiker in unserem hotel, ich hatte ein schlechtes gewissen, weil mir es eigentlich egal war. die insel ist wunderschoen, die menschen sind unglaublich freundlich und zufrieden mit dem wenigen, was sie haben. sie erwirtschaften ihren tagesbedarf, es gibt keine armut und keinen reichtum. ok. das ist etwas blauaeugig, aber das war damals meine sicht der dinge.

.> thomas ist tot, es stand vorgestern in der zeitung,< fluesterte mami mir ins ohr, sie weinte. > sehr schoen,< erwiederte ich, > endlich!< > es macht dir nichts aus, es ist dir egal?< fragte sie. ich schmiss meinen koffer weg und ich stiess sie von mir. > es ist mir sowas von egal, es ist sowas von unwichtig, es gibt mir, egal was passiert, deinen sohn nicht mehr zurueck. verstehtst du mich nicht, es ist sowas von scheissegal.< reto stand daneben, er schaute uns an, und ich wusste, es war vorbei.

ich sass mit peter am tisch. es war dienstag, er war da wie immer. ich fuhr schon lange nicht mehr nach basel. die leute starben, menschen die ich nur vom sehen kannte waren auf einmal nicht mehr da. eine ganze generation starb weg und alle schwiegen. frantz, der wirt vom dupf in kleinbasel kam immer zum essen, wenn er nach mannheim, karlsruhe, was weiss ich wohin fuhr. er kannte alle saunas, parks und clubs in ganz sueddeutschland. jedes mal sassen wir noch zusammen, er erzaehlte mir den neuesten tratsch und klatsch aus basel. kein junge, den er nicht gehabt hatte, kein mann, ueber den er nicht bescheid wusste. er hat mich nie angemacht, nie angefasst es war wie eine unausgesprochene vereinbarung. er war reich, unglaublich reich. ich schenkte ihm den drink, er mir sein vertrauen. wenn wir bei im in basel in seiner bar waren, gab es nie eine andeutung von seiner seite, dass wir uns naeher kannten. er war eines tages auch weg, einfach so. walti kam manchmal noch vorbei und brachte mir die aktuelle sterbeliste. jedesmal die gleiche bitte, jedesmal die gleiche frage. man sah sich jetzt oefters auf dem friedhof als sonntag abend am stammtisch. immer die gleiche antwort von mir. ich komm nicht mehr zurueck, es ist vorbei, ich habe damit nichts mehr zu tun, peter erzaehlte mir an diesem abend, dass reto markus gekannt hatte. aber markus wies ihn ab, er hatte schon mich kennengelernt, er war nicht mehr frei. ich sah peter an, flehte ihn an, fragte ihn, bist du dir da ganz sicher. er war sich sicher, er sagte, er hat ihn nicht bekommen, aber er bekam dafuer dich. ich stand auf und schlug schlug auf den tisch. der feind liebt den verrat, aber nie den veraeter. peter , weisst du was du da sagst. er wusste es, er wusste alles. er ging, ich habe ihn nie mehr gesehen, er kam nie wieder. ich war sehr muede als ich heimkam an diesem abend. ich machte mir etwas zu trinken und ging hoch in unser schlafzimmer. reto schlief, er schlief tief und fest, hoerte, bemerkte mich nicht. ich sass da und sah ihn an. ich war voller trauer, sie quoll mir beinahe aus dem mund. ich nahm eine decke und legte mich im wohnzimmer auf die coutch. ich starrte an die zimmerdecke, zum ersten mal war ich mir nicht mehr meiner selbst sicher, vielleicht hatte ich es mir zu einfach gemacht, vielleicht wollte ich etwas erzwingen, etwas beweisen, wo es nichts zu zwingen und beweisen gab. vielleicht funktionierte das leben so einfach nicht. ich fuehlte mich entaeuscht, betrogen, getaeuscht.

retos stiefvater nahm sich das leben. er schoss sich einfach das hirn aus dem schaedel. er konnte die affaeren seiner lebensgefaertin nicht mehr ertragen. reto kam in die kueche, sagte es mir. anna war an diesem abend da, rein zufaellig. fahr zu ihr, sagte ich zu ihm. es ist deine mutter, sie braucht dich jetzt. ausserdem hatte er noch einen halbbruder, der ihn bewunderte und zu ihm aufschaute. auch er wuerde ihn jetzt brauchen. und nimm alles mit was dir gehoert, es macht keinen sinn dass du zurueck kommst. dein musiker auf bali, der schrifftsteller im ferienhaus in spanien, langsam wird die sache etwas schlampig und wahllos, genau wie bei deiner mutter. anna stuerzte los und schob reto aus der tuere hinaus.

anna schrie auf mich ein. micha kam dazu, anna tobte. > war das jetzt noetig, war es das jetzt was du wolltest? kannst du nicht einmal mit dem herzen entscheiden, muss alles aus dem kopf heraus passieren. was empfindest du eigentlich noch?< > mein herz hat einen sprung, ich muss darauf aufpassen. ich geh weg, micha kann alles uebernehmen, wenn ihr aus den ferien zurueckkommt ist alles erledigt. ich bin dann weg. es ist vorbei, ich mag das alles nicht mehr.< wir machten betriebsferien, alle verschwanden in die ferien. ich suchte mir ein neues lokal und fand es auch.

 

 

 

 

 

 

 

 

15.5.07 13:15


phoenix 263 mai 2007

ein freund hat mir geschrieben. er fragte mich, was tust du, warum tust du dir das an, hoer doch um himmelswillen damit auf. es ist doch alles so lange her, schon so lange zeit vorbei.

es gibt dinge im leben, die gehen nie vorbei. man(n) kann nur lernen, sie zu akzeptieren, lernen damit umzugehen. so gut, so recht und schlecht, wie es eben geht.

das schreiben hier ist wie ein sprung von einem zehn meter hohen turm. du springst auf, federst ab und laesst dich in die tiefe fallen. unter dir das wasser. und nach vier meter fallen gibt es keine chance mehr umzukehren. du hoffst, dass das wasser, der aufprall nicht zu hart ist, oder dass es doch noch jemanden in deinem leben geben wird, der dich mit seinen armen auffaengt.

15.5.07 16:31


schwule lebenslieben/lügen

- 24.06.91. ich geh schnell auf die toilette, dann mach ich mich fertig und fahr los.i ch komm heute mittag wieder und mach dich fertig, richtig chic. ich leerte ihm seinen stumabeutel, hielt ihn im arm und streichelte seinen kahlen kopf. ich will mit, sagte er, die ersten drei worte, die er seit drei tagen gesprochen hat. ok, dachte ich, nutzen wir die gelegenheit. ich hob ihn aus seinem bett, trug ihn zur toilette neben an, zog ihm sein shirt aus und begann ihn zu waschen. seine mutter kam dazu und ich bat sie, ihn etwas zu halten, damit ich beide haende frei habe. ich hab ihn gewaschen und mit ihm geredet, hab ihm von meiner arbeit erzaehlt, was es heute zum mittagessen gibt. aus seinem anus trat weiser schaum, sooft ich auch drueberfuhr, es hoerte nicht auf. seine mutter bat mich aufzuhoeren, er waere zu schwer, sie koennte ihn nicht mehr halten. 45kg. restmensch zu halten konnte ja wirklich nicht all zu schwer sein. ich sagte ok., hoerte auf, ich war ja eh am nachmittag wieder da, um seinen bauch neu zu versorgen. ich gab seiner mutter sein shirt, nahm ihn wieder hoch, hielt ihn unter den armen, sah in sein gesicht, in seine augen. er war tot. er atmet nicht mehr. er ist tot, sagte ich, er hat es geschafft. dein sohn ist endlich tot.

- 23.06.91. gegen 23.30uhr kam ich in reinach an. markus und seine mutter hatten auf mich gewartet, ich haette um 5.00uhr am morgen ankommen koennen, ich wusste, er haette gewartet. seine mutter sagte gute nacht und ging zu bett, ich kontrollierte seinen stumabeutel, machte ihn nochmal leer und setzte mich zu ihm. markus hatte zwei tage vorher einen kleinen ,wie eine art schlaganfall bekommen, und redete seither nicht mehr. ich erzaehlte ihm von meiner arbeit, wie das geschaeft lief, dass anna gesagt hatte, ich muesste auf jeden fall uebermorgen arbeiten kommen, weil sie ihre letzte vorlesung vor der pruefung hat.i ch hielt seine hand, sah in seine grossen, braunen augen und mir liefen vor muedigkeit die traenen ueber das gesicht. du musst loslassen, sagte ich zu ihm, du musst mich loslassen, dein herz ist erst dreissig jahre alt, wenn du nicht loslaest koennen wir das hier noch lange fortsetzen. ich werde dich nie verlassen, wo immer du auch hingehst, und ich werde deinen ring tragen solange ich lebe. aber bitte, lass uns jetzt los. ich richtete mir meinen gartenliegestuhl, machte das licht im WC an, nahm seinen arm zu mir, damit er mich wecken konnte, wenn irgennt etwas sein sollte, sah in seine augen, in denen die ganze angst und qual stand, sein schmerz und seine wut darueber, dass ich leben sollte und er sterben musste, und dachte, ich hab sowas von die schnautze voll.
15.5.07 17:18


schwule lebenslieben(lügen)

ich sah markus zum erstenmal in einer kleinen schwulenkneipe in basel. jeden sonntag abend trafen wir uns im "elle et lui" um 19.00uhr. wir waren zwoelf maenner, alle selbstaendig, man nannte uns die champagnerclique. wir gingen zusammen zum abendessen und kehrten anschliesend wieder zurueck. unser tisch war jeden sonntag fuer uns reserviert. es war der generalvertreter von martini/baccardi schweiz, der besitzer einer grossen discothek in basel, oder wie ich, der inhaber eines restaurants dabei. ich war der einzige deutsche in der gruppe. es war immer sehr unterhaltsam, wir waren zynisch, gaben uns abgeklaert, distanziert und laesterten ueber andere.

an einem abend sah ich markus. er hatte schwarze haare, grosse braune augen und volle,sinnliche lippen. er war schoen und er wusste es. wenn er jemanden anschaute, konnte er mit einem blick den himmel auf erden versprechen. ich fragte martiniwalti wie er heist, er sagte es mir und drehte sich weg. den will ich haben, sagte ich zu ihm, er lachte mich aus. ist er so kompliziert? fragte ich. er sagte nein ueberhaupt nicht und drehte sich wieder weg.

markus sah ab und zu zu uns herrueber, mied aber unseren tisch und seine naehe wie der teufel das weihwasser. aber er war ab diesem tag jeden sonntag da.

ich wusste damals nicht, dass sein exfreund bei mir am tisch sass.

dann, nach ein paar wochen, hatte peter, einer unserer truppe, mitleid mit mir. er ging einmal die woche nach weil am rh. ins laguna, was er da nur wollte, und kam dann anschliesend immer zum essen zu mir. ich glaube, ich hab ihm so das ohr abgemautzt, dass er dachte, er muesste etwas unternehmen. also hat er markus an einem samstag ins laguna eingeladen und anschliesend standen sie vor mir im restaurant. ich war total von der rolle.

wir unterhielten uns lange, lachten viel, es war einfach schoen. dann sagte peter zu markus, dass er jetzt zurueck nach basel faehrt und er ja wohl hierbleiben wuerde. ich verschluckte mich an meinem bier, bekam eien hustenanfall und verschwand in die kueche. nach zehn minuten und nach dem alle ueber ihren chef abglaestert hatten, sagte anna zu mir, ich solle jetzt endlich meinen arsch bewegen, sonst waere markus weg. also ging ich zurueck an die theke, nahm meinen ganzen mut zusammen und fragte ihn einfach, ob er da bleiben wolle, ich wuerde ihn zurueck fahren wann immer er wolle, versprochen. er blieb bei mir und ging nie mehr fort!

sonnags hatte ich ruhrtag, peter hatte sich bei seiner aktion schon etwas dabei gedacht.

als ich in markus armen aufwachte und ihn betrachtete, dachte ich daran, mit wie vielen frauen ich schon in meinem leben geschlafen hatte und mit den paar  maennern und heute nacht bin ich zum erstenmal abgehoben und zu den sternen geflogen. mein gott, was hab ich nur bisher verpasst.

markus wachte irgenntwann auf, lachte mich an. ich glaube ich habe mich in dich verliebt, sagte ich. ich glaube, ich koennte dich lieben. ich will es auf jeden fall versuchen. lass es mich bitte versuchen.

er erzaehlte mir, dass er seit er 14jahre alt war, in der schwulenscene unterwegs ist und schon ein, zwei maenner kennenglernt habe. und dass sicher einige kommen werden, um mir etwas ueber ihn zu erzaehlen. macht nichts, sagte ich, ich habe mir schon immer einen mann mit erfahrung gewuenscht. und die kannst du mir jetzt vermitteln. ich nahm ihn in den arm und liebte ihn. 

 

 

18.5.07 09:59


 [eine Seite weiter]



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung