eine geschichte ueber die liebe
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Fiktion 2

 

ph oenix s ebastin m arkus

 

m : huhu.... huhuuu, butzibu..... s : er will nicht mit uns reden, komm lassen wir ihn, vieleicht... m : natuerlich will er! er tut jetzt nur so, aber er will schon mit uns reden. huhu butz... ph:er tut nicht so, er ist muede und will schlafen, was wollt ihr von ihm? s : mit dir reden!? ph: beide zusammen? na toll! es ist lange her, dass ihr hier wart, ich dachte schon, ich bin euch endlich los. s : wir wollten ja schon lange wieder zu dir kommen, aber wir... m : er meint, wir kamen nicht mehr zu dir durch, du warst, äh, nicht ansprechbar? ph: ein gutes argument gegen die abstinenz! s : warum sagst du das? wir wollten doch nur... ph: stoeren? s : nein, wir wollten.... m : einfach mal hoeren, wie es dir geht, was du so machst, was es neues gibt. gibt es etwas neues? ph: nein, gibt es nicht, jedenfalls nichts besonderes. und nichts, das euch interresieren muesste. m : upps, der herr hat schlechte laune. s : wie meinst du das, uns endlich los sein? ph: es tut mir leid, wenn ich mich missverstaendlich ausgedrueckt habe. wie viele interpretationsmoeglichkeiten fallen dir den ein? s : nun ich...... m : sebastian, vergiss es. phoenix, er will sagen, du denkst in letzter zeit sehr viel an mich, nun ja, an uns. ph: woher wollt ihr das wissen. ihr seit schon so lange nicht mehr da, ich weiss oft schon gar nicht mehr, wie ihr ausgesehen habt, erinnere mich manchmal nicht mal mehr an den klang eurer stimmen. ihr seit so weit weg. m : papperlapapp. du denkst so oft an mich, an uns. am morgen, wenn du aufwachst und in den spiegel schaust, am abend, wenn du einschlaefst, den ganzen tag denkst du an uns. wir koennen es jedes mal spueren, also sag nicht, wir spielen in deinem leben keine rolle mehr. ph: ihr solltet das nicht ueberbewerten. ich hab vielleicht nur einfach zu viel zeit... m : und einen klaren kopf... ph: noch ein grund, die entscheidung zur abstinenz noch einmal zu ueberdenken! m : und was wirst du jetzt machen, mit deinem klaren kopf und den vielen gedanken? ph: ich weiss es nicht; noch nicht wirklich. irgennt wie warte ich noch auf etwas, auf ein gefuehl, eine innere stimme, die sagt, es ist soweit, jetzt lauf los, jetzt geh. s : und solange harrst du aus, laesst alles, so wie es ist? mensch phoenix, du bist doch immer... ph: bewegung bedeutet veraenderung, das macht mich unsicher, macht mir angst. ich will mich nicht mehr bewegen! m : und schaust zu, wie dein leben den bach runter geht? phoenix, das meinst du aber jetzt nicht im ernst! du warst es, der immer sagte, angst zu haben berechtigt nicht dazu, feige zu sein! ph: ich bin nicht feige, ich bin nur muede. und wenn es so waere, was geht es euch noch an. ich sag es ja nicht gerne, aber ihr seit schon seit langer zeit raus aus dem spiel. und der, der nicht mehr mitspielt, der am rand des spielfelds steht, der haelt die klappe. so einfach ist das. und ihr seit nun einmal tot, also sorry jungs, ihr steht ganz weit weg vom spielfeld. m : der phoenix steigt auf aus der glut, schuettelt sich die asche aus den federn und steigt zum himmel empor, der sonne entgegen.... ph: der phoenix ist nie mehr geflogen, seit ihr gegangen seit. es funktioniert nicht mehr, er kann nicht mehr fliegen. s : es gab aber genug andere nach uns, es war ja nicht so, dass du immer allein warst, du hast es manchmal ganz schoen uebertrieben. m : dein schutzengel ist vorzeitig gealtert, du hast ihn ganz schoen auf trab gehalten. es tut ihm gut, dass du mal pause machst, er erholt sich langsam wieder. ph: netter versuch. ich hab mir vor langer zeit abgewoehnt, mich fuer dinge zu bedanken, um die ich nicht gebeten habe. also lasst das bitte, diese nummer zieht bei mir nicht. er soll sich ausruhen, ich brauche ihn nicht. s : den braucht jeder, ohne einen schutzengel kann kein mensch...... ph: dann war deiner an diesem pfingstsamstag auf betriebsausflug? sebastian, bei mir versetzt der glaube keine berge mehr, ich denke, er war eines der dinge, die du mit ins grab genommen hast. s : ich weiss nicht, was damals geschah. es ging alles so schnell, ich hab ueberhaupt nichts von dem unfall mitbekommen. ich war, es war.... ph: manchmal ist ein blick in den rueckspiegel hilfreich?! m : du klingst ganz schoen bitter. es ist schade, dass wir bei dir nicht mehr zurueck gelassen haben. ph: ok, ich werde es euch sagen, nur heute nacht und dann nie wieder. ihr habt erinnerungen zurueckgelassen, einen riesen berg von erinnerungen, sehr schoene erinnerungen. ich weiss, dass wenn wir uns an einen menschen erinnern, ihn nicht vergessen, dass das den wert des lebens ausmacht. aber ihr habt mich mit leeren haenden zurueck gelassen, habt mir nichts gelassen, nichts an dem ich mich festhalten konnte, auf das ich noch einmal bauen konnte. ich war nie frei von euch, ihr seit wortlos gegangen, ihr habt mich nie in die freiheit entlassen. besonders du markus, du hast dich an mich geklammert bis zum letzten atemzug, hast mir nie die chance gegeben, mich von dir zu loesen, von dir abschied zu nehmen. es war dir scheissegal, was danach kommen wuerde. ich hab um dich gekaempft, gegen windmuehlen gekaempft. hab geglaubt, das virus waere unser feind und nicht bemerkt, dass es die gleichgueltigkeit deines arztes war. und dann bist du gegangen, ohne ein wort, ohne ein danke, ohne ein ich liebe dich. es hat nicht mal fuer ein seufzen gereicht. du hast dich davon gestohlen und ich hab es nicht einmal bemerkt. ich dachte immer, hollywood geht anders, ich dachte, ich habe vieles verdient, aber das sicher nicht! und du sebastian, du wolltest mit mir leben, in deinen augen war soviel vertrauen und zaertlichkeit. du hast gesagt, es ist vorbei, ich bin jetzt bei dir, bin jetzt da. ich wusste nur nicht, dass euer fuer immer und ewig ein sehr ueberschaubarer zeitraum war. ihr habt mich betrogen mit eurem ich liebe dich. ihr habt es nicht wissentlich getan, aber unterm strich bleibt es eben betrug. ihr habt mich um mein leben betrogen. m : phoenix, ich habe es damals gar nicht wirklich bemerkt, dass ich gestorben bin. ich bin einfach so hinueber gerutscht, schwupps war ich auf der anderen seite. das musst du mir glauben. ich habe selber eine weile gebraucht, bis ich verstanden habe, was passiert war. ph: das wuerde ich auch sagen, wenn ich an deiner stelle waere. aber es ist heute nicht mehr wichtig, es kann mir ja im grunde egal sein. s : es ist nicht egal, aber ich denke, deine sichtweise ist nicht richtig. du siehst nur, was nicht mehr ist, aber du siehst nicht, was noch alles werden kann. ph: und das waere? s : du trinkst nicht mehr und suchst dir einen neuen partner. du hast noch soviele jahre.... ph: klingt spannent, sehr aufregend, ja der gedanke hat was... m : na also, du brauchst nur... ph: absolut bescheuertes? m : warum das denn? ph: vielleicht habe ich langsam ein alter erreicht, in dem es nicht mehr so einfach ist, eine neue beziehung einzugehen? vielleicht schwindet im lauf der jahre das vertrauen in den bestand unserer gefuehle? diese schwule idealvorstellung von jugend und schoenen koerpern, in der fuer die realitaet sowenig platz ist, vielleicht passe ich nicht mehr in diese schablone. man sagt nicht mehr so leicht " ich liebe dich, will mit dir tag und nacht zusammen sein, mit dir leben, egal was kommt." vielleicht war die liebe nie genug, es sind immer diese paar wenige prozent, die fehlen zu einhundert und ich mag keine kompromisse mehr machen. du sebastian, du warst fuer mich einhundert prozent und das macht es so schwer. nicht dass ich euch mit anderen maennern vergleiche, ihr seit vergangenheit, ihr lebt in mir und spielt in meinem alltag schon lange keine rolle mehr. ich habe euch beide auch nie miteinander verglichen, ihr wart so gegensaetzlich in eurer art, doch ihr habt zuesamen eines erreicht, ihr habt mir meine unbefangenheit fuer die liebe genommen und mir dafuer die angst gegeben. und die jahre, die jetzt noch kommen. was soll noch gross passieren, es gibt nichts neues mehr. die letzten jahre, abgelebte, wegelebte, runtergelebte jahre, haben es mir in ihrer belanglosikeit gezeigt und warum sollen die kommenden monate besser werden. was nicht gut ist, wird nicht automatisch besser, nur weil man es nuechtern betrachtet. im gegenteil, es macht alles nur klarer und bewusster, aber nicht besser. ich leide daran und dann kommt wieder der wunsch zu trinken. italo, als du damals gegangen bist, bin ich bis nach bali gereist, habe stundenlang auf das meer geschaut und auf antworten gehofft. ich hatte so viele fragen. als sebastian nicht mehr zurueck kam, fuhr ich mit dem auto durch ganz kalifornien und florida, die kueste entlang bis nach mexiko, durch die wueste in nevada, immer in der hoffnung auf eine antwort. ich schaute den wellen und den menschen zu, tagelang, aber da war nichts, einfach gar nichts. ich sass in der sonne und lauschte, horchte in mich hinein, wartete auf eine stimme die mir sagt, wie ich weiterleben sollte. aber es war nur stille um mich herum und die waerme der sonnenstrahlen. aber auch ueber auschwitz schien die sonne, der mensch heftet auf dinge, die nun einmal da sind und auf die er keinen einfluss hat sein pseudopositives oder noch besser religioeses klischee. und das mit dem wissen, dass alles, was er auf diesem planeten wirklich veraendert oder nachhaltig beeinflusst hat, diesem nie wirklich zum vorteil gereichte. die menschen kommen und gehen, sie kratzen ein wenig an der oberflaeche und sind wieder veschwunden. und in den kommenden jahren stirbt selbst die erinnerung an sie. das zu akzeptieren war das schwerste. s : und heute? ph: heute hab ich keine fragen mehr. m : erinnerst du dich, was frueher immer neben deinem bett lag? ph: ja, aber.... m : liebe muss nicht bitten, auch nicht fordern. liebe muss die kraft haben, in sich selbst zur gewissheit zu kommen. dann wird sie nicht mehr gezogen, sondern zieht. ph: ich weiss, was da lag! und du hast kraeftig gezogen! m : und? ph: nichts und. es wird irgennt wann wieder einen mann in meinem leben geben, der mich aushaelt und nicht all zu sehr zieht. oder ich lebe weiter mein leben, wie ich es jetzt begonnen habe, solange es halt irgennt wie geht. s : und deine wuensche? ph: die werden sich erfuellen, aber sicher doch. eines morgens, eines tages.....

 

 

 

29.11.07 23:32


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